Donnerstag, 26. März 2009

Vorstandssitzung von Aktion Wasserbüffel

Am 19. März haben wir unsere Mitgliederversammlung und unsere Vorstandssitzung abgehalten. Dazu ist am 24. März ein Bericht mit Foto in den Jülicher Nachrichten erschienen unter dem Titel: Schockierende Nachricht von den Philippinen.















Vorstand von rechts: Hannelore Haslage (2. Vorsitzende), Elisabeth Essers (Beisitzerin), Gertraud Pofahl (Schatzmeisterin), Helga Range (1. Vorsitzende), Roswitha Zimmermann-Reuter (Beisitzerin), dann die Kassenprüfer Helga Stier und Jochen Range.


Der Text des Artikels:
Auf der Mitgliederversammlung von Aktion Wasserbüffel e.V. berichteten Helga und Jochen Range über ihre Projektreise auf die Philippinen. Im Anschluss an den Projektbericht und die Überprüfung des Finanzberichtes wurde der Vorstand entlastet und im Amt bestätigt.
Das von Aktion Wasserbüffel geförderte Kinderdorf Batang Pinangga bietet jetzt dreißig Kindern ein Zuhause, leider nur ein Bruchteil der verlassenen und missbrauchten Kinder der Insel Cebu. Ein neues Programm des Kinderdorfes versucht daher, Straßenkinder in Familien zu vermitteln. Sozialarbeiterinnen des Kinderdorfs begleiten monatelang die Eingliederung der Kinder in die neuen Familien um zu vermeiden, dass die Kinder als billige Arbeitkräfte missbraucht werden. Ein anderer Weg, wenigstens einigen der vielen Straßenkinder, aber auch Schulkindern in den Armenvierteln der Millionenstadt Cebu City zu helfen, ist die regelmäßige Verteilung von Soyamilch. Warum Soyamilch? Viele Asiaten sind gegen Kuhmilch allergisch. Aktion Wasserbüffel hat mit philippinischen Partnern ein Projekt zur Herstellung und Verteilung der Soyamilch begonnen. Natürlich muss die Milch schmecken, also werden Fruchtsäfte beigemischt, die dann Vitamine beisteuern. So können Folgen der Unterernährung, Mangelkrankheiten und Entwicklungsstörungen, gemildert werden.
Eine schockierende Nachricht erreichte Helga und Jochen Range kurz vor Weihnachten. Dr. Oliver Gimenez, ihr Freund und Projektpartner, ist von politischem Mord bedroht. Sondereinheiten des philippinischen Militärs haben ihn beschuldigt, leitendes Mitglied der kommunistischen Aufstandsarmee zu sein und bei einem Feuergefecht einen Soldaten getötet zu haben. Solche erfundenen Beschuldigungen brandmarken häufig Regierungsgegner. Wer sich für Arme einsetzt, gilt als Kommunist und ist damit zum Abschuss durch Todesschwadronen freigegeben. Gerade hat Amnesty International erfahren, dass in den letzten Wochen drei Regierungskritiker, darunter ein Rundfunkjournalist, ermordet wurden. Ein Zeitungsjournalist, der kritisch über diese Morde berichtet hatte, erhielt anonyme Morddrohungen und hat mit Zustimmung seiner Zeitung seine Arbeit unterbrochen.
Jochen Range hat als Philippinenkoordinator von Amnesty International Deutschland erreicht, dass sich die internationale Leitung von Amnesty International und das Auswärtige Amt für Dr. Gimenez eingesetzt haben. Aber die Gefahr besteht weiter. Eine gerichtliche Anklage droht. Angeklagte sitzen auf den Philippinen jahrelang in Untersuchungshaft, bevor der Prozess abgeschlossen ist. Das könnte Oliver für lange Zeit von seiner wichtigen Arbeit als Arzt für die Armen abhalten. Sieben von zehn Einwohnern der Philippinen sterben, ohne jemals einen Arzt gesehen zu haben. Das möchten Oliver und seine Kollegin Dr. Grace Molina für die Insel Bohol gerne ändern. Sie arbeiten für eine Organisation, die Fischern und Bauern umsonst Gesundheitsdienste anbietet. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind Versorgung von Schwangeren, Krebsvorsorge für Frauen, Impfungen und Zahnbehandlung. Mit Hilfe von Aktion Wasserbüffel soll die Vorsorgeuntersuchung von Kindern verstärkt werden. Das war zum Beispiel für Ryan Suarez sehr wichtig. Bei dem neunjährigen Jungen wurden bei einer Vorsorgeuntersuchung Herzgeräusche festgestellt, die eine Untersuchung und Weiterbehandlung bei einem Kardiologen erforderlich machten. Glück für Ryan, dass es für ihn möglich wurde.
Oliver musste vor zwei Jahren Bohol verlassen, weil er Morddrohungen erhalten hatte. Kurz zuvor waren drei Mitglieder regierungskritischer Organisationen in Bohol ermordet worden, wahrscheinlich mit Duldung durch Polizei und Militär. Grace ist in Bohol ganz auf sich gestellt. Auch sie ist in Gefahr. Bei ihren medizinischen Terminen auf dem Land verschrecken die Militärs die Menschen dadurch, dass sie jeden Patienten fotografieren (siehe auf dem Foto rechts hinten). Sie sagen, er sei Kommunist, wenn er sich von ihrem Team behandeln lasse. Staatliche Unterstützung erhält Grace nicht. Deshalb ist die Förderung durch Aktion Wasserbüffel so wichtig.






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